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Süße Klangpracht, feuriger Sturm
Das Henschel-Quartett zaubert ein Programm aus drei Epochen in das Pfarrzentrum St. Augustin. Die Interpretation ist erhaben. Auch das Henschel Quartett wurde früh von der Gesellschaft der Musikfreunde Coburg e.V. eingeladen und dann international entdeckt. Jetzt verzauberten die Musiker ihr Publikum zum zehnten Mal in perfekter Klangqualität. Seit 13 Jahren sind die Künstler Ehrenmitglieder der Gesellschaft und dies ist eine wirklich große Auszeichnung, denn die Coburger Gesellschaft ist ein äußerst renommierter und ehrwürdiger Verein, der vielen Ausnahmetalenten den Weg in die Großen Säle vorbereitet hat. Immer wieder kommen deshalb die international bekannten Interpreten gerne nach Coburg zurück.
Bei Bartók… braucht es da das Gläserne in Stegnähe, die fein metrisch konzipierten Glissandi, das überspannte Martellato und den Sinn für die Polymetrie, diesem Schichten von Rhythmus. Es muss oft klingen wie das Sender-Einstellen eines Mittelwellen-Radios, erst sisselndes Rauschen, dann Wahrnehmung von Tönen als Ahnung und plötzlich ein Gewitter aus Klängen und Rhythmen, die sich aus dem Sisseln hervorbrechen. Als Bartóks Radio taugt das Henschel-Quartett in Excellence, es feuert rhythmisch perfekt und wie gewollt diese damals wie heute unerhört neue Musik.
…Für Antonin Dvoráks Quartett ist der Saal wunderbar. Das Henschel Quartett entzündet aus diesen zauberhaften Melodien ein Feuerwerk, und noch bevor sie sich in den Gehörgängen des Publikums festsetzen können, leuchten bereits die nächsten auf. Eine faszinierend austarierte Interpretation glüht da auf. Dafür gibt es dankbaren Applaus und als Zugabe Mendelssohn Bartholdys aus op. 12.
Neue Presse
05.Dezember 2017